More i ja, more i ti – Meine liebsten Orte an der kroatischen Küste

„Čao (Ciao)!” Ja, so grüßen nicht nur die Italiener!

Auch die Kroaten machen laut und herzlich auf sich aufmerksam. Woher ich das weiß? Meine Eltern sind aus Kroatien und seit ich denken kann, sind wir Sommer für Sommer dorthin ans Meer gefahren. Die Reise war für mich immer ein Stückchen “Heimweh stillen” – der schönste Moment ist für mich, wenn man nach 12 Stunden Autofahrt aus dem Fenster blickt und zum ersten Mal das blaue Meer entdeckt. Ein Vorteil ist natürlich auch, wenn man an verschiedenen Orten seine Familie besuchen kann, denn unsere Verwandten sind überall an der Küste verteilt.

Wenn ich an die Urlaube zurückdenke, kommen mir vor allem der Geschmack von meinem absoluten Lieblingsgetränk “gusti sok od marelice” (ein leckerer Aprikosendicksaft), der Duft von salziger Meeresluft gemischt mit dem Duft von gegrillten Maiskolben an der Promenade, tiefblaues Wasser an felsigen Stränden und das Zirpen der Grillen in den Kieferbäumen am Strand in den Sinn. Ich kenne fast alle Orte an der adriatischen Küste, von Istrien über Krk, weiter nach Split über Šibenik bis hin nach Dubrovnik habe ich alles gesehen.



Natürlich habe ich auch meine persönlichen Highlights, die ich euch gern schmackhaft machen möchte, denn meiner Meinung nach wird meine schöne Heimat an der Adria von vielen unterschätzt!

Biograd

In Biograd habe ich mit meiner Familie etwa fünf Sommerurlaube verbracht. Jeden Morgen konnte ich vom Balkon aus die Leute beim Garten bewässern beobachten und die warme Sommerluft einatmen. Der Tag startet bei unserer Familie erst mal mit einem typischen Frühstück: leckerer Kaffee, “Krofne” gefüllt mit Schokolade und frisch vom Bäcker und köstliche Früchte. Biograd hat einige schöne Strände zu bieten, wir sind allerdings meistens mit dem Auto 3 km aus dem Stadtzentrum zur “Crvena Luka” gefahren. Den Morgen verbringt man dann in der Sonne, mit Musik in den Ohren (Oliver Dragojevic, um voll und ganz in mein Kroatien-Gefühl einzutauchen) und natürlich mit Baden im Wasser.

Zwischendurch gönnt man sich dann eine leckere “Palačinka”, einen Crêpe mit Nutella, die von Studenten, die sich über den Sommer am Meer etwas Geld dazuverdienen, fleißig am Strand gebacken werden. Am Abend läuft man dann an der Promenade in der Innenstadt entlang, denn dort ist immer was los. Ein Café grenzt an das andere, man hört von jeder Ecke Live-Musik und die Stimmung ist einfach herrlich entspannt und sommerlich. Auf dem Weg nach Hause (natürlich mit Eis in der Hand) stellte ich jedes Mal aufs Neue fest, dass ich noch nirgendwo so einen klaren und voll geschmückten Sternenhimmel wie in Biograd gesehen habe.

Nationalpark Krka Wasserfälle

Auch wenn ich diesen Nationalpark schon mehr als sechs Mal besucht habe – ich kriege nie genug! Hier bietet sich einem ein einzigartiges Naturspektakel. Wasserfälle, Flüsse, Bächlein und Seen inmitten von traumhafter Flora soweit das Auge reicht. Tosend stürzen sich Unmengen an Wasser in die Tiefe und an verschiedenen Stellen des Rundgangs durch den Park kommt man den Wasserfällen wirklich ganz nah. Am Eingang des Parks befinden sich schon gleich die größten Wasserfälle, im dort anschließenden Süßwassersee kann man auch baden gehen. Das wäre dann der Moment, in dem meinem Vater die Tränen in die Augen schießen – denn hier wurden einige Szenen der Winnetou-Filme gedreht und als echtem Karl-May-Fan geht einem das natürlich schon sehr nahe… am Lautesten lacht in diesem Moment natürlich meine Mutter.

© Adrian Vidak

© Adrian Vidak

© Adrian Vidak

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Zadar

Zadar gehört auf jeden Fall zu einer meiner Lieblingsstädte überhaupt. Hier liegt ein ganz besonderes Flair in der Luft, wenn man durch die Altstadt spaziert. Man läuft auf weißem Steinboden am Meer entlang, vorbei an Überresten des römischen Forums und eindrucksvollen Kirchen. Das Beste ist eindeutig die Meeresorgel, die 2005 vom Architekten Nikola Bašić ins Leben gerufen wurde.



An der Promenade installierte er unter großen Steinplatten ein experimentelles Musikinstrument: Riesige tastenähnliche Konstrukte erzeugen durch die Wellenbewegung sanfte Töne. Wenn man hier auf den Stufen sitzt und aufs weite Meer hinaus blickt – am besten während dem Sonnenuntergang (Alfred Hitchcock bezeichnete Zadars Sonnenuntergang als den schönsten der Welt!) – mit der leisen Musik im Hintergrund, überkommt einen das Gefühl von unglaublicher Freiheit. Ich habe mich noch nie so glücklich wie an diesem Ort gefühlt – Zadar ist auf jeden Fall eine Reise wert!

Insel Brač

Brač ist mit einer Länge von 40 km und einer Breite von 12 km die größte Insel Dalmatiens und meiner Meinung auch die schönste. Bis heute hängen bei uns im Wohnzimmer Bilder von Brač, die meine Eltern über die Jahre in verschiedenen Galerien von Künstlern der Region gekauft haben, um ein Stückchen Heimat nach Deutschland zu bringen. Immer wieder gern höre ich mir die Geschichte an, wie sie vor 33 Jahren ihren ersten gemeinsamen Urlaub auf Brač verbrachten, allerdings die Fähre in Split um wenige Minuten verpassten und die Nacht mit einem großen Laib Weißbrot am Hafen verbrachten.

Auch ich erlebte meinen allerersten Sommerurlaub auf Brač und machte in Supetar sogar meine ersten Schritte. Man sollte bei einem Besuch auf der Insel unbedingt auf den höchsten Punkt der kroatischen Inseln laufen, dem Hügel “Vidova Gora”. Von hier aus hat man einen atemberaubenden Blick über die Insel, das Festland und die unglaublich schöne Adria. Das Wasser ist so blau, wie ich es noch nie irgendwo anders gesehen habe.

© TravelBird

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© Adrian Vidak

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Augen zu und durchatmen – die Ruhe, die einen hier oben umgibt, ist Gold wert! Ein ganz besonderes Erlebnis hatten wir, als wir die typischen “Wir waren hier oben”-Fotos machten und plötzlich eine Herde Bergziegen an uns vorbeigeschossen kam. Der Ausblick zum “Goldenen Horn”, der Strand der Stadt Bol, ist ebenfalls ein Muss. Je nach Windrichtung zeigt die Spitze des Strandes nach links oder nach rechts. In Bol hatte ich bisher den größten Badespaß meines Lebens. Auf der linken Seite der Strandzunge ist das Wasser schon nach zwei Schritten 3 m tief und man braucht unter Wasser kaum eine Taucherbrille, weil das Meer so klar ist, dass man mit den eigenen Augen den Abgrund nach kleinen Fischen, Muscheln und Seeigeln absuchen kann.



Gut zu wissen

  • Die Währung in Kroatien ist Kuna. Sieben Kuna entsprechen etwa 1,- € und generell ist es in Kroatien etwas billiger als in Deutschland, vor allem was das Essen und Trinken betrifft.
  • Erwarte nicht kilometerlange Sandstrände, wenn du nach Kroatien fährst. Natürlich gibt es hin und wieder Strände, die aussehen als wären sie gerade einer Postkarte aus der Karibik entsprungen. Aber Dalmatien ist vor allem für seine felsigen Buchten und Kiesstrände bekannt. Das ist keinesfalls unangenehm – die Steinchen sind ganz klein und lassen sich wunderbar so zurechtformen, das man auf dem Handtuch eine bequeme Sonnenposition hat. Und das beste daran ist: Man findet nicht noch Tage nach dem Strandbesuch überall Sand in seinen Klamotten oder in der Tasche!
  • Halte immer die Augen und Ohren offen, wenn du durch die Straßen läufst. Denn über den Sommer hängen überall Plakate mit Konzertprogrammen. Die kroatischen Künstler lieben es an der Küste zu touren und geben unter freiem Sommerhimmel ihr musikalisches Talent zum besten.
Geschrieben von: Madeline Vidak  

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